26. Februar 2018 (Mo.) | Von: Katholisches Stadtdekanat Bonn | Pressestelle

Papst Franziskus bringt die Kirche von der Sakristei auf die Straße

Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Heinz im Interview

Papst Franziskus bringt die Kirche von der Sakristei auf die Straße
Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Heinz blickt auf das fünfjährige Pontifikat

Essen, 26. Februar 2018. Papst Franziskus bringt die Kirche von der Sakristei auf die Straße. Das hat der Hauptgeschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Michael Heinz, jetzt in einem Interview betont. Im Blick auf den argentinischen Papst, der am 13. März fünf Jahre im Amt ist, sagt Pater Heinz, dass dieser die Welt mit dem Blick der Armen sehe, die kaum Zugang hätten zu Bildung, zu einer guten Gesundheitsversorgung und die oft ums Überleben kämpften. "Papst Franziskus ist ein Segen nicht nur für die Menschen in Lateinamerika und natürlich für Adveniat, sondern für die ganze Welt", betont der Adveniat-Hauptgeschäftsführer, der das Hilfswerk seit genau einem Jahr leitet.

Nach Ansicht von Pater Heinz haben Papst Franziskus vor allem seine Bescheidenheit in Lebensstil und Auftreten weit über die katholische Kirche hinaus zum Sympathieträger gemacht. Er rede Klartext und spreche auch viele Menschen außerhalb der Kirche an. "Papst Franziskus ist ein Streetworker. Er stellt die armen und ausgegrenzten Menschen in den Mittelpunkt", betont Pater Heinz und fährt fort: "Papst Franziskus lässt sich auf die Armen, die Kranken, die Flüchtlinge und Migranten, die Häftlinge, die Arbeitssuchenden und alle Verlierer des neoliberalen Wirtschaftssystems ein. Und er fordert alle Menschen guten Willens auf, ihm an die Ränder der Gesellschaft zu folgen und die Marginalisierten wieder in die Mitte zu holen." Die Botschaft von Papst Franziskus sei, dass alle Menschen ihr Leben und ihren Wohlstand mit den an den Rand Gedrängten teilen sollten.

Innerkirchlich, so unterstreicht der Hauptgeschäftsführer von Adveniat, scheue sich Papst Franziskus nicht vor Konflikten. Diese lägen auch darin begründet, dass er immer den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stelle und daher etwa barmherzige Wege für die oft leidvolle Situation von wiederverheiraten Geschiedenen suche. Dadurch, dass er immer wieder seinen eigenen Standpunkt relativiere, gewinne dieser an Dynamik.

Pater Heinz erläutert, dass der Papst die Arbeit von Adveniat sehr wertschätze. Indem er etwa auf seiner Kolumbien-Reise das Adveniat-Projekt Talitha Kum besucht habe, das 140 Mädchen aus einem Armenviertel Perspektiven für ein gelingendes Leben gibt, habe er nicht nur den Einsatz von Adveniat gewürdigt, sondern wieder einmal beispielhaft auf die Skandale in einer zutiefst ungerechten Welt hingewiesen und seine Hoffnung auf eine "heilbringende Utopie", wie er das nenne, zum Ausdruck gebracht. Beeindruckend ist für Pater Heinz, dass Papst Franziskus seinen Worten immer Taten folgen lasse. "Er geht selbst an die Ränder der Gesellschaft und stellt sich kompromisslos an die Seite der Armen und Ausgeschlossenen", sagt er. Dazu gehöre es, dass er auf seiner jüngsten Reise nach Chile und Peru die geschundene Umwelt und die indigenen Völker, deren Leben und Rechte massiv bedroht sind, in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gestellt habe. Pater Heinz: "Er hat die Gier auf Erdöl, Gas, Holz und Gold sowie das Agrobusiness angeprangert, welche Amazonien und seine Völker vernichten." Papst Franziskus habe darauf hingewiesen, dass die Indigenen mit ihrer Art zu leben und ihrer Weisheit die Welt verändern könnten.

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von Hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 2.500 Projekte gefördert werden, die mit 40 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

Das komplette Interview finden Sie anbei und unter www.adveniat.de.

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